Wappen und Flaggen mit Darstellungen von Skorpionen, exotische Turbane und Mützen, krumme Nasen, rote Haare, purpurrote, schwarze oder sogar blaue Gesichter, unnatürlich verdrehte Posen, obszöne Gesten und bösartig-aggressive Grimassen. In der Kunst des mittelalterlichen Westens wurden zahlreiche Zeichen verwendet, die die Ungläubigen (Juden, Muslime und Heiden), Häretiker, andere Sünder und Ausgestoßene markierten und anprangerten. Sie wurden alle mit dem «Vater der Lüge» – dem Teufel – in Verbindung gebracht, ebenso miteinander, als wären sie Teil einer globalen Verschwörung gegen die christliche Gesellschaft. Heidnische Römer wurden manchmal in jüdischen Hüten und mit pseudo-jüdischen Schriftzügen auf ihren Kleidern dargestellt, Juden – in muslimischen Turbans, und Muslime wurden beschuldigt, Götzen anzubeten und zu den antiken römischen Göttern zu rufen. In seinem neuen Buch zeigt der Mediävist Michail Maizuls, wie zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert das Bild des Feindes konstruiert wurde, wie in der Bildsprache und auf den Straßen der Städte Stigmatisierungsmechanismen arbeiteten und wie Techniken, die im Mittelalter entstanden, in Pamphleten, Plakaten und Karikaturen der Neuzeit übergingen.