«Das Zicklein in der Milch» — ein satirischer Roman über einen jungen Literaten, der sich auf einen Wettstreit einlässt, um aus einem Menschen, der nicht schreiben kann, einen bekannten Schriftsteller zu machen. Die Geschichte spielt in der literarischen Umgebung der Mitte der 1980er Jahre, wo Name, Verbindungen und ein geschickt zusammengestelltes Image oft nicht weniger bedeuten als Talent. Hinter dem komischen Betrug steht ein harter Diskurs über Eitelkeit, Konjunktur und den Preis des fremden Erfolgs. Im Mittelpunkt der Handlung — der Versuch, einen zufälligen Menschen in einen anerkannten Autor zu verwandeln und zu beobachten, wie leicht der Ruf beginnt, nach eigenen Gesetzen zu leben.
Nach einem zufälligen Streit wählt der erzählende Held den einfachen Arbeiter Witek Akashin und beginnt Schritt für Schritt, aus ihm die Figur des «genialen Autors» zu schaffen. Dazu erfindet er eine Biografie, eine Haltung, eine Auswahl an notwendigen Worten und sogar ein äußeres Erscheinungsbild, das die Umgebung von einem seltenen Talent überzeugen soll. Allmählich wird die literarische Umgebung einbezogen: Kritiker, anerkannte Schriftsteller, Anhänger modischer Strömungen und diejenigen, die Gerüchte in Reputation verwandeln können. Je überzeugender das erfundene Bild wird, desto deutlicher verschieben sich die Grenzen zwischen Scherz, Karriereberechnung und dem Schicksal anderer.
Der namenlose erzählende Held — ein junger Poet und Literat, selbstbewusst, risikofreudig und verliebt. Er ist es, der die riskante Intrige ins Leben ruft und versucht, sie zu steuern, bis sie außer Kontrolle gerät. Viktor Semjonowitsch Akashin, oder Witek, — ein halbgebildeter Arbeiter aus Mytischtschi, der für dieses Experiment ausgewählt wurde. Unter den wichtigen Figuren gibt es auch Nastja, eine junge Dichterin aus der Bohème, den Kritiker Lubin-Ljubtschenko und Nikolai Nikolajewitsch Gorynin, einen anerkannten Meister, um den sich ein Teil des Schriftstellerkreises gruppiert.