Der Roman «Shanghai» — eines der Hauptwerke der modernen japanischen Literatur. Darin wandte Riichi Yokomitsu all seine theoretischen und praktischen Kenntnisse an.
Das Buch erzählt von Japanern, die im ausländischen Settlement in Shanghai leben (es hatte eigene Gesetze und einen besonderen rechtlichen Status) vor dem Vorfall am 30. Mai 1925 (zu dieser Zeit eröffnete die Polizei das Feuer auf chinesische Demonstranten, die gegen die Dominanz der Ausländer im von Kriegen zerrissenen jungen China protestierten).
Riichi Yokomitsu ist in Russland nicht so bekannt wie seine berühmten Zeitgenossen — Ryūnosuke Akutagawa, Jun'ichirō Tanizaki, Yasunari Kawabata. Dennoch galt er in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Japan als der Prosaiker Nummer eins, als «König des modernen Romans», und einige Zeitgenossen bezeichneten ihn sogar als literarische Gottheit.
Die Handlung seines bekanntesten Romans «Shanghai» spielt im chinesischen Shanghai, kurz vor der Revolution 1925–1927. In dieser gefährlichen Zeit zog Shanghai Abenteurer aus allen Ecken der Erde an — Japaner, Engländer, Amerikaner, Franzosen, Inder, russische Monarchisten, die aus Russland geflohen waren. Unter den Charakteren des Romans sind Kommunisten und Marxisten, Kosmopoliten und Patrioten, Banditen, Aufständische und Henker. In diesem brodelnden Topf dieses östlichen Babylon wird gehandelt und geraubt, gefeiert und gehungert, geliebt und getötet. Hier kann alles passieren — und es passiert...