Die Handlung des Romans «Die Besessenen» entfaltet sich in einer Provinzstadt, die von einer Atmosphäre der Intrigen und des aufkeimenden Radikalismus durchzogen ist. Im Zentrum der Erzählung steht eine Gruppe von Revolutionären, die von dem charismatischen, aber gnadenlosen Peter W. angeführt wird, und ihrem geistigen «Ideologen» – dem mysteriösen Nikolai Stavrogin, einer Figur, in der sich dämonische Kraft, geistige Leere und moralische Verfall vereinen.
F. Dostojewski untersucht mit bemerkenswerter Tiefe die Ursachen und Folgen der Verbreitung zerstörerischer Ideologien. Er zeigt, wie abstrakte, aber ansprechende Ideen radikaler Umgestaltungen, losgelöst von moralischen Grundlagen, zu «Besessenheit» – einer destruktiven Kraft, die Chaos, Gewalt und Vernichtung bringen kann – werden.
«Die Besessenen» ist ein zutiefst philosophisches Werk, das zum Nachdenken über die ewigen Fragen des Seins, über die Natur von Gut und Böse und über die Folgen des Verzichts auf moralische Orientierungen anregt. Der Roman warnt vor der Gefahr des Radikalismus, der Besessenheit von Ideen und dem Verlust der geistigen Grundlagen, die sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene zu Katastrophen führen können. Dies ist eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur, das bis heute seine Aktualität bewahrt.