«Die Vertrauten der Hexen» — ein historischer Roman mit gotischen Zügen über eine junge Frau, die versucht, sich selbst zu retten und die zu schützen, die die Gesellschaft bereits bereit ist, vor Gericht zu stellen. Die Handlung spielt in England im Jahr 1612, wo die Angst vor Hexerei, Denunziationen und kirchlicher Eifer sowohl die Häuser des Adels als auch das tägliche Leben einfacher Leute durchdringt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Hausherrin von Gotherp Hall in Lancashire, deren Stellung sie nicht vor Verwundbarkeit schützt, wenn es um Schwangerschaft, Erben und die Macht von Männern geht. Vor diesem Hintergrund wird das Thema der weiblichen Solidarität besonders eindringlich: An ihrer Seite steht die einfache Hebamme Alice Grey, und ihre Verbindung wird schnell zu einer Herausforderung für eine Welt, in der Verdacht wichtiger ist als Fakten.
Nach mehreren Fehlgeburten erfährt die Heldin, dass eine neue Geburt ihr das Leben kosten könnte. Misstrauisch gegenüber den Ärzten, wendet sie sich an die junge Hebamme und Kräuterfrau Alice Grey um Hilfe. Während in der Gegend die Hexenjagd zunimmt, muss sie herausfinden, wem sie vertrauen kann, mit ihrem Ehemann streiten und nach Gesetzen leben, in denen Frauen kaum über ihr eigenes Schicksal bestimmen können. Die Spannung hier beruht nicht auf äußeren Effekten, sondern auf Angst, dem Druck der Gesellschaft und dem Preis jeder Wahl.
- Fleetwood Shuttleworth — siebenzehnjährige Frau eines wohlhabenden Grundbesitzers. Ihre Stellung bietet äußeren Schutz, befreit sie jedoch nicht vor der Angst vor der Geburt und der Abhängigkeit von den Entscheidungen der Männer.
- Alice Grey — junge Hebamme und Kräuterfrau, die sich gut mit Kräutern auskennt und Frauen dort hilft, wo die offizielle Medizin machtlos oder gleichgültig ist. Gerade ihr Wissen und ihre einfache Herkunft machen Alice während der Hexenprozesse besonders verwundbar.
- Richard Shuttleworth — der Ehemann der Heldin, ein einflussreicher Mann mit Verbindungen, der eng in das lokale Macht- und Rechtssystem eingebunden ist.
Dieser Roman eignet sich für Leser, denen historische Genauigkeit, Schicksale von Frauen und spannende Geschichten ohne übermäßige Sentimentalität wichtig sind. Aufgrund der Aufmerksamkeit für weibliche Erfahrungen und Atmosphäre kann der Text mit der Prosa von Sarah Waters verglichen werden, und hinsichtlich des Interesses an gesellschaftlicher Angst und der Grausamkeit der Menge mit historischen Romanen über Hexenprozesse. Hier vereinen sich Themen von Freundschaft, religiöser Intoleranz, sozialer Ungleichheit und dem Kampf um das Recht, über das eigene Leben zu bestimmen.
Die Grundlage des Romans sind die realen Pendle Hexenprozesse von 1612, eines der bekanntesten Episoden der englischen Hexenjagd. Stacey Halls wuchs in Lancashire auf und stützte sich auf die lokale Geschichte, weshalb der Text viele alltägliche und soziale Details der Zeit enthält. Dies ist der Debütroman der Autorin; er erhielt den Betty Trask Award und wurde in die Shortlist der British Book Awards als eines der bemerkenswerten Debüts des Jahres aufgenommen. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive in einer modernen und verständlichen Sprache geschrieben, behandelt jedoch schwere Themen: Fehlgeburten, das Risiko der Müttersterblichkeit, Prozesse gegen angebliche Hexen und die Rechtlosigkeit von Frauen.