Das Buch über Waska Brilliant (Wladimir Babuschkin) – es ist nicht nur eine Geschichte über eine Legende der Verbrecherwelt, sondern ein umfassendes Fresko der Epoche, geschrieben mit Blut und Hoffnung, der Grausamkeit des Systems und unverhoffter menschlicher Wärme vor dem Hintergrund der eisigen Landschaften des GULAGs. Vor uns steht nicht nur ein Gesetzesbrecher, sondern eine Figur, umgeben von einem Aura der Legende, ein Symbol des unversöhnlichen Widerstands gegen das System, der seinen eigenen Ehrenkodex in der Hölle der sowjetischen Repressionsmaschine verteidigt. Waska Brilliant ist nicht nur ein Dieb. Er ist der Hüter der Diebetraditionen, ein kompromissloser Verteidiger des Diebeskodex. Sein Verweigern jeglicher Zusammenarbeit mit der Administration, sein Unwille, für das System zu arbeiten, seine Fähigkeit, Konflikte zwischen den Verurteilten zu lösen – all das machte ihn zu einer respektierten und autoritären Figur, selbst unter den härtesten Verbrechern. Er wurde zu einer Art Schiedsrichter der Gerechtigkeit in einer Welt, in der es keine Gerechttigkeit gibt. Der Roman zeigt den GULAG in seiner ganzen tragischen Größe. Es sind nicht nur gnadenlose Aufseher und interne Kämpfe, sondern auch erstaunliche Ausdauer und gegenseitige Hilfe der Gefangenen. An diesem teuflischen Ort entstehen nicht nur Feindschaft und Verrat, sondern auch starke Freundschaft, gegenseitige Unterstützung und Barmherzigkeit. Waska Brilliant wird zum Symbol dieser unerwarteten Güte inmitten allgegenwärtiger Grausamkeit. Die Handlung spannt sich von 1949 bis 1985 und umfasst fast vier Jahrzehnten des Lebens von Waska Brilliant, das in Gefangenschaft verbracht wurde. Wir sehen ihn jung, auf dem kriminellen Weg, und bereits reif, ein respektierter Autorität, dessen Wort – Gesetz unter den Gefangenen ist. Sein Weg ist eine Kette von Gefängnistransporten, von Durchgangslagern bis zum berüchtigten „Weißen Schwan“ in Solikamsk. Jeder Abschnitt ist ein neues Treffen mit der Grausamkeit der Aufseher, mit Verrat und Freundschaft, mit Hunger und der Hoffnung auf Freiheit, die scheinbar niemals kommen wird.