Die österreichische Schriftstellerin Christine Nöstlinger hat ein sehr amüsantes Buch – einen «Familienroman» – geschrieben, das man nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen empfehlen kann.
Eines Tages entdeckt die anständige österreichische Familie Hogelmann, bestehend aus Mama, Papa, Opa, zwei Jungen und einem Mädchen, ein seltsames Wesen in ihrer Küche. Es sieht aus wie ein Kürbis-Gurke und trägt sogar eine Krone auf dem Kopf. Es spricht in gebrochenem Menschen langage. Es betrachtet sich selbst als den König des unteren Kellers, den seine Untertanen vertrieben haben. Es befiehlt, geliebt und verwöhnt zu werden, sowie auf jede erdenkliche Weise umsorgt und mit keimenden Kartoffeln gefüttert zu werden. Die Kinder und Erwachsenen, die sich in dieser absurden, lustigen und geradezu fantastischen Situation befinden, verhalten sich unterschiedlich. Zum Beispiel lässt sich der Familienvater von diesem «Kürbis-Gurke» buchstäblich an der Nase herumführen.
Trotz des allgemeinen unterhaltsamen Tons ist das Buch ohne Zweifel sehr lehrreich und vielschichtig: Es behandelt pädagogische, psychologische und sogar politische Themen. Aber das Wichtigste ist das «Problem der «Väter und Söhne».
Christine Nöstlinger ermöglicht es ihren Lesern jeden Alters, sich von außen zu betrachten – ernsthaft, aber mit einem Lächeln und manchmal mit ansteckendem Lachen. Beim gemeinsamen Familienlesen wird das Buch sowohl mit seiner fabelhaften Handlung als auch mit der brillanten Übersetzung von Pavel Frenkel, der unerwartete Wortwendungen und Satzkombinationen kreierte, und den dynamischen Illustrationen des Meisters der Buchillustration Mikhail Skobelyov großen Genuss bereiten. Wenn in der Familie eine konfliktgeladene Situation entstanden ist (um in der Sprache des Gurkenkönigs zu sprechen, «die Zeiten sind verrückt geworden»), könnte Seine Lichtgewaltigkeit, der Gurkenkopf, den Kindern beibringen, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Und die Erwachsenen beginnen, die Interessen ihrer erwachsenen Kinder zu respektieren und lernen, ihre eigenen «königlichen» Eigenschaften zu erkennen: kleinliche Nörgelei, übermäßiges Selbstbewusstsein und die Gewohnheit zur häuslichen Tyrannei.