Obwohl die rosa Farbe in der Natur häufig vorkommt, war sie in der europäischen Kultur bis zum 14. Jahrhundert eine Seltenheit: Weder in der Malerei, noch in der Kleidung oder im Alltag wurde sie nahezu verwendet. Alles änderte sich mit dem Beginn des Imports des exotischen Farbstoffs - des Brasilholzes, und später mit der Entwicklung der Floristik: Erst im 18. Jahrhundert gelang es, Sorten von Rosen in tatsächlich rosa Farbe zu züchten. Genau zu dieser Zeit erhielt die Farbe ihren Namen vom Namen der Blume.
Wann und wie wurde Rosa zur „weiblichen“ Farbe? Wie war ihr Werdegang mit Mode, Botanik, Heraldik und religiöser Symbolik verbunden? Warum wurde sie im Mittelalter eher mit Männlichkeit assoziiert, während sie im 20. Jahrhundert im Mittelpunkt ästhetischer, sozialer und ideologischer Verschiebungen stand?
Gestützt auf zahlreiche Quellen verfolgt der Autor das komplexe und widersprüchliche Schicksal der rosa Farbe - von Höhlenmalereien und antiken Vasen bis zur Barbie-Puppe.
Michel Pasturo - führender Historiker der Mittelalterwissenschaften, Professor an der Praktischen Schule für Höhere Studien in Paris. Zuvor erschienen im Verlag „NLO“ bereits seine Bücher „Blau“, „Schwarz“, „Rot“, „Grün“, „Weiß“ und „Gelb“, sowie „Teuflisches Material. Die Geschichte von Streifen und gestreiften Stoffen“.