Lager und Literatur: Zeugenaussagen über den GULag
Eines der Hauptfolgen des GULag ist der Verlust gewohnter humanistischer und kultureller Orientierungen, das Nichtübereinstimmen ehemaliger Denk- und Sprachkategorien mit den neuen Umständen der Katastrophe. Autobiografien, Tagebücher und Erzählungen der Überlebenden versuchen, diese physische und psychologische Erfahrung des Leidens in...
die Sprache der Literatur zu übertragen, stoßen aber immer wieder auf die ein oder andere Schwierigkeit. Das Buch von Renate Lachmann bietet eine literaturwissenschaftliche Analyse eines umfangreichen Textkorpus an Zeugnissen über den GULag: von Jewgenija Ginzburg, Alexander Solschenizyn und Warlam Schalamow bis hin zu Juri Margolin und Karl Steiner. Auch wird das Lager-Thema im Werk von Schriftstellern späterer Generationen, insbesondere Danilo Kiš und Olivier Rolin, betrachtet. Auf welchen formalen Prinzipien basiert die Poetik des Lagerbriefes? Wie verhält sich die Dokumentarität zur Kunstfertigkeit in diesen Texten? Und welches Wissen über den Menschen und die Menschheit versucht diese literarische Tradition zu offenbaren? Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen bietet die Autorin ihre eigene Lesart bekannter Lagertexte an und gibt gleichzeitig den Opfern des GULag das Wort. Renate Lachmann ist Slavistin, Kulturhistorikerin und Autorin des Buches „Diskurse des Fantastischen“, das im Verlag „NLO“ erschienen ist.
Eines der Hauptfolgen des GULag ist der Verlust gewohnter humanistischer und kultureller Orientierungen, das Nichtübereinstimmen ehemaliger Denk- und Sprachkategorien mit den neuen Umständen der Katastrophe. Autobiografien, Tagebücher und Erzählungen der Überlebenden versuchen, diese physische und psychologische Erfahrung des Leidens in die Sprache der Literatur zu übertragen, stoßen aber immer wieder auf die ein oder andere Schwierigkeit. Das Buch von Renate Lachmann bietet eine literaturwissenschaftliche Analyse eines umfangreichen Textkorpus an Zeugnissen über den GULag: von Jewgenija Ginzburg, Alexander Solschenizyn und Warlam Schalamow bis hin zu Juri Margolin und Karl Steiner. Auch wird das Lager-Thema im Werk von Schriftstellern späterer Generationen, insbesondere Danilo Kiš und Olivier Rolin, betrachtet. Auf welchen formalen Prinzipien basiert die Poetik des Lagerbriefes? Wie verhält sich die Dokumentarität zur Kunstfertigkeit in diesen Texten? Und welches Wissen über den Menschen und die Menschheit versucht diese literarische Tradition zu offenbaren? Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen bietet die Autorin ihre eigene Lesart bekannter Lagertexte an und gibt gleichzeitig den Opfern des GULag das Wort. Renate Lachmann ist Slavistin, Kulturhistorikerin und Autorin des Buches „Diskurse des Fantastischen“, das im Verlag „NLO“ erschienen ist.
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