Die chinesische Kochkultur ist ebenso weltweit beliebt, wie ihre grundlegenden Prinzipien für Ausländer wenig bekannt sind. Weit nicht alle Feinschmecker außerhalb der Großen Mauer können sich vorstellen, wie vielfältig die Palette der Geschmäcker in dieser weitläufigen Region ist. Und wie dabei die chinesische Esskultur in ihrer Grundlage einheitlich ist und auf die ältesten Vorstellungen zurückgeht.
Françoise Sabban, Sinologin und Anthropologin, nimmt uns mit in die chinesische Küche, um die Taten großer Profis aus Vergangenheit und Gegenwart zu beobachten. Sie lädt uns ein, auch die zu treffen, die seit jeher ihre Gerichte genießen: Sie enthüllt uns die Feinheiten der Geschmackswahrnehmung der Chinesen, die Besonderheiten ihrer Essgewohnheiten und die Rituale beim Essen. Dabei korreliert die Autorin kulinarische und gastronomische Praktiken mit den Umständen und Ideen, die zu ihrer Entstehung geführt haben. Denn in China hatte die Esskultur immer einen sozialen und sogar politischen Kontext sowie eine spirituelle Dimension.
Die Autorin schafft ein großartiges Panorama, das sowohl die alten Traditionen der Nahrung als auch die Umwälzungen des 20. Jahrhunderts und unsere Tage umfasst, als der Beitritt Chinas zu den stärksten Staaten der Welt mit einer Transformation in der Ernährung der Chinesen einhergeht. Françoise Sabban gelingt es, die kulturellen Codes zu enthüllen, die wichtige Merkmale der chinesischen Zivilisation geprägt haben.