Der herausragende französische Sinologe François Jullien (geb. 1951) weist in seinem Buch «Unmögliche Nacktheit» (2000) auf einen prinzipiellen, aber nicht offensichtlichen Unterschied zwischen westlichen und östlichen Weltanschauungen hin: Während der Körper in der europäischen Kunst von antiken Statuen bis zur... modernen Fotografie als ein Phänomen erscheint, das untrennbar mit der Kultur verwoben ist, ist Nacktheit als philosophische und ästhetische Kategorie in China unmöglich. Ihr Auftreten setzt ein «morphologisches» Denken voraus, das Bestreben, die Form als Verkörperung einer Idee zu fixieren, also das Wesen der in Griechenland geborenen Metaphysik. In der chinesischen Kultur dagegen wird die Form als etwas Prozessuales verstanden, das Veränderung unterworfen ist und daher keinen stillen Blick auf den «bloßen», somit lebendigen Körper erfordert. Indem Jullien sich mit chinesischen Grafiken und Malereien auseinandersetzt und über die Unmöglichkeit der Nacktheit nachdenkt, schlägt er vor, unser Verständnis von Wahrheit, Sein und sinnlicher Erfahrung neu zu betrachten.
Autor: Франсуа Жюльен
Verlag: Ad Marginem
Altersgrenzen: 18+
Jahr der Veröffentlichung: 2026
ISBN: 9785908038270
Anzahl der Seiten: 152
Größe: 175х125х12 mm
Einbandart: Soft
Gewicht: 120 g
ID: 1729011
16 Januar (Fr)
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