«Das Bildnis des Dorian Gray» — ein gotischer Roman über einen jungen Schönling, für den das Verlangen nach ewiger Jugend zu einem gefährlichen Handel mit seinem eigenen Gewissen wird. In der Vision von Oscar Wilde erscheint die Londoner Oberschicht am Ende der viktorianischen Ära nicht nur als glänzende Gesellschaft, sondern als ein Umfeld, in dem Witz, der Kult der Schönheit und moralische Straflosigkeit den Menschen von innen heraus leicht verändern. Im Zentrum des Buches steht der Bruch zwischen makelloser Erscheinung und innerem Verfall, der lange vor fremden Augen verborgen bleibt. Es ist der einzige Roman des Schriftstellers und sein bekanntestes Werk: eine philosophische Parabel, ein psychologisches Drama und eine Geschichte darüber, wie das Streben, das Gesicht zu wahren, in den Verlust des eigenen Selbst umschlagen kann.
Der Künstler Basil Hallward malt das Porträt des jungen Aristokraten, während Lord Henry Wotton ihm den einfachen und schrecklichen Gedanken einflüstert: Jugend — der einzige wahre Wert, und man muss sie ohne Rücksicht auf die Folgen leben. Von diesem Moment an hört der Wunsch, ewig schön zu bleiben, auf, eine müßige Fantasie zu sein. Solange der Held äußerlich unverändert bleibt, trägt das Porträt die Spuren jedes moralischen Falls. Im Roman treten Versuchungen, harte Taten, zerstörte Schicksale und immer verzweifeltere Versuche auf, der Welt zu verbergen, in was sich das geheime Bild verwandelt.
- Dorian Gray — ein junger Schönling aus der Londoner Oberschicht, dessen Erscheinung allmählich zur Quelle seiner Besessenheit wird.
- Lord Henry Wotton — ein brillanter Gesprächspartner und Zyniker, der den Kult des Genusses und die Verachtung der allgemein anerkannten Moral predigt. Seine Ideen werden für den Helden zu einem gefährlichen Leitfaden.
- Basil Hallward — der Künstler, der das verhängnisvolle Porträt gemalt hat. Er sieht in seinem geliebten Bild nicht nur äußere Harmonie, sondern auch ein moralisches Ideal, das er vor dem Verfall zu bewahren versucht.
Illustrationen - AQUARTIS