Der Debütroman von Suvankham Thammavongsa, Preisträgerin des O. Henry Awards und zweifacher Gewinnerin des Giller Prize. Die ehemalige Boxerin Ning leitet ein Nagelstudio. Hier ist sie einfach eine weitere Susan: so heißen alle Arbeiterinnen, damit die Kundinnen sich nicht mit exotischen Namen abmühen müssen. Die privilegierte Welt sieht auf solche wie sie herab. An diesem Sommertag, wie an jedem anderen, feilen, schneiden, färben und zupfen die Susans. Sie hören zu, lächeln und nicken, und sie scherzen endlos miteinander, während sie die Kundinnen in einer für niemanden verständlichen Sprache besprechen und verspotten.
Ning sieht die Menschen durchschauen. Hinter der unscheinbaren Fassade verbirgt sich eine Frau mit scharfen Verstand und einem tiefen, komplexen Charakter. Sie ist besessen von dem Rhythmus und den Schwierigkeiten ihrer Arbeit, aber gleichzeitig verfolgen sie Erinnerungen an unerfüllte Träume und verpasste Gelegenheiten. Sie versucht, die Verstrickungen der Beziehungen zwischen den anderen Susans zu verstehen, deren Ängste und Wünsche sich hinter den Klatschgeschichten verbergen, die sie ständig austauschen. Während der Arbeitstag zu Ende geht, wachsen die Widersprüche zwischen den beiden Facetten von Ning – der anonymen Nageltechnikerin und der scharfsinnigen Beobachterin ihres eigenen Lebens.
Es ist eine bissige, erstaunlich präzise und witzige Geschichte, deren Ereignisse nur einen Arbeitstag umfassen, aber einen ganzen Bereich aktueller gesellschaftlicher Probleme widerspiegeln. Der Roman taucht ein in eine geschlossene Frauenwelt mit ihren eigenen Gesetzen, ihrer Sprache, ihren Gewohnheiten und Ritualen, von denen das Schlüsselwort „Wählen Sie eine Farbe“ bleibt.