Warum erscheint das, was in einer Kultur natürlich scheint, in einer anderen seltsam, falsch oder sogar gefährlich? Warum messen wir die Taten anderer so leicht mit unserem eigenen Maßstab und bemerken so selten die kulturellen Szenarien, nach denen wir selbst leben? In dem Buch „Vielfalt des Typischen“ zeigt die Psychologin und Kulturanthropologin Maria Tendryakova, wie Kultur zu einem inneren Koordinatensystem des Menschen wird: Sie prägt Vorstellungen von Gut und Böse, Norm und Abweichung, ‚Eigenem‘ und ‚Fremdem‘, Held und Ausgestoßener. Jeder Mensch ist einzigartig, trägt jedoch den Geist seiner Zeit zusammen mit den von früheren Generationen geerbten Traditionen, Ängsten und Stereotypen in sich.
Dies ist kein Buch über „nationale Charaktere“ im alltäglichen Sinne und kein Katalog von Unterschieden zwischen Völkern. Es ist eine Untersuchung, wie Kultur in Denken, Verhalten und alltägliche Reaktionen einwächst – von antiken Beschreibungen „Fremder“ bis zu modernen Gesprächen über Ethnozentrismus, mythisches Denken und soziale Normen. Die Autorin hilft zu erkennen, wo in uns die Individualität spricht und wo – die allgemein anerkannten Denkweisen über die Welt. Und das Wichtigste – sie lehrt, andere Kulturen ohne Arroganz und Angst zu betrachten, um nicht nur die „Fremden“, sondern auch uns selbst besser zu verstehen.
Das Buch ist sowohl für ein breites Publikum als auch für Fachleute auf dem Gebiet der Psychologie, sozialen Anthropologie, Soziologie von Interesse sowie für alle, deren berufliche Tätigkeit die Berücksichtigung der ethnokulturellen Komponente eines Projekts oder einer getroffenen Entscheidung erfordert – für Pädagogen, Politiker, Unternehmer, Juristen, Journalisten usw.