Ich möchte die Leser gleich warnen: Nichts von dem, was ich schreibe oder zeichne, sollte allzu ernst genommen werden und schon gar nicht für bare Münze.
Federico Fellini gestand mir einmal, dass er bei jedem neuen Film, an dem er arbeitete, stets die Absicht hatte, eine Komödie zu drehen (er betrachtet komödiantische Schauspieler als Wohltäter der Menschheit), aber letztlich immer ein Drama dabei herauskam. Ich hingegen (ich hoffe, Sie verzeihen mir die Dreistigkeit des Vergleichs) gestand ihm, dass es in meinem Fall genau umgekehrt ist: Ich dachte mir jedes Mal eine ernste Geschichte mit tiefgründigem philosophischem Inhalt aus, aber im Verlauf der Arbeit zerstreuen sich all meine guten Gedanken wie Brotkrumen und verschwinden spurlos zwischen den Bildern von hübschen Damen (in meiner Vorstellung sind gerade sie die Wohltäter der Menschheit) und absichtlich unseriösen Situationen.
In der zweiten Geschichte über Giuseppe Bergmann wollte ich Themen wie die Notwendigkeit der Nutzung erneuerbarer (insbesondere solarer) Energie, die monströsen Ungleichgewichte in der Verteilung der Bodenschätze unseres Planeten, Stereotypen und Vorurteile gegenüber Fremden und die Gefahr ansprechen, dass bald die Dritte Welt an unsere Tür klopfen wird, um uns die Rechnung für all die gegen sie begangenen Untaten zu präsentieren.
Ich beabsichtigte, das Verhältnis zwischen Comic und figürlicher Kunst zu analysieren, die Hypothese zu überprüfen, Gedichte in Form von Comics zu verfassen, die rhythmischen Verbindungen zwischen den Panels zu untersuchen; dem Leser die Rolle des Hauptcharakters zu übertragen, ihm das Recht zu geben, selbstständig die Handlung und die Charaktere zu erschaffen und ihn mit einem Aufstand der Charaktere gegen den Autor zu konfrontieren... mit dem grafischen Stil zu experimentieren, um andere Geschichten in die Hauptgeschichte zu integrieren, die insgesamt als grandiose Abenteuer-Epos wahrgenommen werden sollte. Mit anderen Worten, ich hatte die ehrgeizige Absicht, ein fesselndes Meisterwerk zu schaffen.
Doch dann erhob eine kleine Gruppe nackter Damen ihr Recht auf Existenz und ließ sich unwillig um das Blatt nieder, um mir den Bleistift aus der Hand zu reißen und meinen Radiergummi zu verstecken, sodass ich der Versuchung nicht widerstehen konnte und – Lebewohl, gute Absichten!