Das Buch der amerikanischen Kunsthistorikerin Ann Igougne widmet sich der Mode-Revolution, die in Frankreich am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert stattfand. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Schicksale von drei Frauen, die zu Gesetzgeberinnen eines neuen Stils wurden: Joséphine de Beauharnais, zukünftige Kaiserin; Thérèse Tallien, genannt „Die Gottesmutter von Thermidor“; und Juliette Récamier, legendäre Gastgeberin eines literarischen Salons.
Nachdem sie die Schrecken des revolutionären Terrors, die Gefangenschaft und den Zusammenbruch der alten Ordnung überlebt hatten, stellten sie die jahrhundertealten Traditionen in der Kleidung in Frage. Indem sie sich von steifen Korsetts, mehrlagigen Röcken und sperrigen Frisuren abwandten, führten sie leichte Kleider aus indischem Muslin, Kaschmirtücher, kurze Haarschnitte und Handtaschen-Ridiküls in die Mode ein. Der neue Stil eroberte in wenigen Jahren ganz Europa.
Gestützt auf einzigartige Archivmaterialien – vollständige Jahrgänge des Journal des dames et des modes (1797–1804), die der Autorin in der Morgan Library und im Design Museum in Kopenhagen zugänglich wurden – rekonstruiert Igougne die wahre Geschichte dieser Mode-Revolution. Im Buch werden nicht nur Silhouetten und Stoffe analysiert, sondern auch die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Mechanismen, die es drei Frauen ermöglichten, über ein Jahrzehnt hinweg die Hauptgesetzgeberinnen des europäischen Geschmacks zu werden.
Die Ausgabe richtet sich an Modehistoriker, Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler sowie an ein breites Publikum, das sich für die Geschichte Frankreichs und die Geschichte der Kleidung interessiert.