In ihrem Buch, das an der Schnittstelle von Poesie und Prosa geschrieben ist, spricht die Feministin und Schriftstellerin Darja Serenko über Menschen, die gewöhnlich übersehen werden – über die Mitarbeiterinnen staatlicher Kultureinrichtungen. Ihre Stimmen sind auch in dieser neuen Ausgabe zu hören, ergänzt durch die Geschichten anderer Mädchen: derjenigen, die es geschafft haben, aus den Institutionen auszubrechen, und derjenigen, die gezwungen sind, darin zu bleiben.
Staatliche Einrichtungen sind eine besondere Welt, ähnlich einem Zwielicht, das versucht, jedem und jeder, die dort hineingeraten, seine undurchsichtigen Gesetze aufzuzwingen. Beschwerden an die Abteilung, rechenschaftspflichtige Veranstaltungen, vierteljährliche Prämien, Berichte und Abmahnungen bilden die Grundlage des Alltags in dieser Welt. Die Mädchen hier sind ein sekundäres Element des Systems, auf dem sich allerdings das gesamte System in vielerlei Hinsicht stützt. Mit dem System gehen sie komplexe und oft co-abhängige Beziehungen ein: Sie leben nach seinen Gesetzen, rebellieren manchmal, gehorchen manchmal, trauern, freuen sich und tanzen, gehen weg und kommen zurück.
Darja Serenko hat versucht, dieses bürokratische Mysterium zu beschreiben, das voller düsterer militaristischer Vorzeichen ist. In "Mädchen und Institutionen" hören Sie den Chor von Hunderten von Mädchen, der normalerweise kaum aus dem mechanischen Lärm der Staatsmaschine, der offiziellen Kultur und jetzt – der Diktatur – herauszuhören ist.