1945. Der Krieg ist vorbei, doch für Esther Pasternak fängt alles erst an. In Auschwitz brachte sie ihre Tochter zur Welt – die blonden Pippa, die einer deutschen Familie übergeben wurde. Esther hinterließ an dem Kind ein Zeichen, das nicht zu verwechseln ist: unter dem Arm – die gleiche Lagernummer wie bei ihr selbst. Jetzt geht sie unter den Ruinen Berlins einer Spur nach: Waisenasyle, Krankenhäuser, Listen – und die Gesichter der Kinder, in denen sie das Vertraute sieht. 1961.
Nach Jahren des Wartens bekommt Esther die Chance, der Wahrheit näherzukommen. Doch plötzlich schneidet die Berliner Mauer die Stadt in zwei, und Ostberlin wird de facto „geschlossen“: Ein Zugang ist nur mit Sondergenehmigungen möglich, an der Grenze gibt es Kontrollen, und jede Verbindung zum Westen wird zur Ursache von Verfolgung. Die Suche verwandelt sich in einen Kampf nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen ein System, das dazu in der Lage ist, für immer zu trennen.
Berührend und spannungsgeladen, ist „Die Hebamme aus Berlin“ die Geschichte einer Familie, die die Geschichte immer wieder auseinandergerissen hat, und einer Liebe, die länger warten kann als Kriege dauern und Mauern stehen.