Im persönlichen Archiv von Dostojewski, das im November 1921 im Zentralarchiv angekommen ist, wurden neben Notizheften mit Materialien zu seinen Romanen 11 Pakete mit Briefen an seine Frau Anna Grigorjewna entdeckt, die im Zeitraum von 1866 bis 1880 verfasst wurden. Dank dieser Briefe können wir die Persönlichkeit von Fjodor Michailowitsch besser verstehen – den genialen Schriftsteller und den gewöhnlichen Menschen, der von der Kreativität und den Leidenschaften besessen war, von denen eine, die gefährlichste und zerstörerischste, die Spielsucht war. Wir werden sehen, wie allmählich die Geschichte der Liebe zur Familie durch eine ebenso starke Liebe zum Spiel getrübt wird, die Dostojewski bis zur Neige verbrannte und ihn dazu zwang, sein großes schriftstellerisches Talent zu nutzen, um Geld von seiner ihn verehrenden Frau zu erbetteln.
Vor uns liegt ein wahrhaft emotionales Tagebuch des Schriftstellers. In seinen Briefen spiegeln sich wie in einem Spiegel nicht nur die Details des Lebens und Alltags der Dostojewskis wider, sondern auch die gesamte von ihnen erlebte Gefühlswelt: von kindlicher Begeisterung bis hin zu tiefster Verzweiflung, von absoluter Ratlosigkeit bis zu inspirierender Hoffnung. Sie zeigen, wozu Menschen in Momenten der Schwäche fähig sind. Aber sie geben auch ein Verständnis dafür, dass gegenseitiger Respekt und Vertrauen in Beziehungen mit dem geliebten Menschen helfen, die schrecklichsten Situationen und die ernsthaftesten Schwierigkeiten zu überwinden.