«Ihr gehorsamer Diener Katze» — eine ironische Perle der japanischen Klassik, wo das Haustier zum aufmerksamsten Chronisten menschlicher Schwächen wird. Natsume Sōseki — ein Meister des sanften, aber treffenden Humors, und hier spielt er mit halbtönigen Satiren so fein, dass die Katzenhaare vor Vergnügen zittern.
Vor dem Leser entfaltet sich das Tokio des frühen 20. Jahrhunderts, eine schillernde Epoche des Wandels. Durch den lässigen Blick und die königliche Unabhängigkeit beschreibt die Katze ihre Herren und deren Freunde: Wissenschaftler, Träumer, ehrgeizige Karrieristen. Sie sieht ihre komischen Sorgen, absurde Posen, komische Versuche, wichtiger zu erscheinen, als sie sind. Und dieses Panorama der menschlichen Natur wirkt unerwartet frisch: Paradoxerweise ist die Katze der nüchternste Philosoph im Raum.
Das Buch — leicht, scharf, voller stiller Traurigkeit und durchdringendem Humor. Es ist eine Geschichte über das Leben, in der das Lustige und das Ernsthafte ebenso natürlich nebeneinander stehen wie weiches Fell und scharfe Krallen. Es hinterlässt ein warmes Echo — und den Wunsch, dem eigenen inneren Schnurren zuzuhören.