Solange uns das Leiden in der Welt beschäftigt, so der politische Philosoph Simona Forti, sind wir gezwungen, die Frage des Bösen zu untersuchen. Die Autorin betrachtet die philosophischen Debatten des 19. und 20. Jahrhunderts über die Natur des Bösen und kommt zu dem Schluss, dass es notwendig ist, von der «Dostojewski-Paradigma» abzurücken, in der das allmächtige Subjekt (Dämon, Todessäer) hilflosen Opfern gegenübersteht.
Sie bietet eine neue Genealogie der Beziehungen zwischen Bösem und Macht an. Forti weist auf die passive Haltung gegenüber der Einhaltung von Regeln, das Bedürfnis nach Normalität und den Wunsch nach Unterwerfung hin, die gegenwärtigen Demokratien eigen sind, was ihrer Meinung nach die Grundlage des modernen Bösen darstellt. Das Böse wird auch im Zusammenhang mit unserem Überlebensbedürfnis um jeden Preis und dem tiefen Wunsch nach Anerkennung betrachtet.
Das Buch hat eine breite Diskussion ausgelöst und neue Wege zur Erforschung der Beziehungen zwischen Ethik und Politik vorgeschlagen. Das Buch wird für diejenigen von Interesse sein, die sich für politische Philosophie, Geschichte, literarische Analyse und Psychoanalyse (sowohl Theorie als auch Praxis) interessieren.