Joseph de Maistre, Philosoph und Politiker, Gesandter des sardischen Königs am russischen Hof (1803–1817), hinterließ einen markanten Eindruck im intellektuellen Leben Russlands. In der Monografie des Professors der Nationalen Forschungsuniversität «Hochschule für Wirtschaft» WSH&E, W. S. Parsamow, werden die russischen Beziehungen Maistres als ideologischer Dialog untersucht, der sich über das gesamte 19. Jahrhundert erstreckt und im 20. Jahrhundert fortgesetzt wurde.
Im Fokus stehen zwei Probleme: die Wahrnehmung der modernen Politik Russlands und seiner Geschichte durch Maistre sowie die Rezeptionsgeschichte von Maistres Ideen durch russische Denker von seinen Zeitgenossen bis zu den Philosophen des Silbernen Zeitalters. Der Autor untersucht die ideellen und persönlichen Kontakte Maistres mit Alexander I. und dessen Umfeld: A. S. Schischkow, P. W. Tschichagow, A. S. Sturdza, S. P. Swetschin, P. J. Tschadajew, den Dekabristen und anderen. Der Dialog mit Maistre wurde von neuen Generationen russischer Denker fortgesetzt. Sein ideelles Erbe transformierte sich komplex in die Ideologie des Slawophilismus, seine Ideen wurden von Tjutschew, Tolstoi und Dostojewski aufgegriffen.
Am Ende des 19. und im 20. Jahrhundert zog Maistre die Aufmerksamkeit von Wladimir Solowjow, Peter Struve, Semjon Frank und Nikolai Berdjajew auf sich.