Das Flugzeug «Il-86» auf dem Flug Moskau — Ho-Chi-Minh-Stadt flog im Sommer 1994 zehn Stunden und machte einen Zwischenstopp in Delhi. So beginnt die Erzählung von Alexander Beljajew über die Kinder- und Jugendjahre, die er in Vietnam verbrachte. Der zentrale Markt «Ben Thanh», bekannt unter den Sowjets als «Saigon-Basar», der Markt in «Thanh De», wo man Tinkturen auf Schlangen, Gecko und Seepferdchen in riesigen Glasflaschen kaufen kann, Straßenimbisse, in denen «Pho-Suppe», «Lao-Suppe» und «Saigon-Wraps» serviert werden, abendliche Diskotheken, in die die Jugend auf luxuriösen Motorrädern wie «Honda-Shadow» und «Yamaha-Virago» strömte, wo sie zu Ace of Base und Dr. Alban tanzten... Der Autor lässt die Erinnerung alles Überflüssige filtern und die ausdrucksvollsten Details zurücklassen, die vom Blick eines verwirrten Kindes eingefangen wurden. Und gleichzeitig ist dieser Blick, der bereits vom geprägten Autor vermittelt wird, nicht weniger aufmerksam auf die erwachsenen Menschen um den Erzähler herum fokussiert — sowjetische Menschen, die plötzlich in der postsowjetischen Welt gelandet sind.
Alexander Beljajew — Dichter, Übersetzer, Japanologe, Theoretiker und Praktiker des orientalischen Schreibens, Autor der Bücher «Blätter des Ginkgo» und «BUNGEIRON. Ein Blick auf die japanische Schrift».