"Die Geschichte Russlands im 19. Jahrhundert" des Doktors der Geschichtswissenschaften, Professors Andrej Borisowitsch Zubow — keine chronologische Nacherzählung von Ereignissen, sondern eine Überlegung über die Gründe, die die Möglichkeit des Untergangs "historisches Russland" näher brachten.
Die Katastrophe zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat, so Professor Zubow, viel tiefere Wurzeln als allgemein angenommen.
Eine sorgfältige Untersuchung dieser Gründe hilft nicht nur, die Vergangenheit besser zu verstehen, sondern auch die Gegenwart zu erklären.
Der dritte Band ist dem ersten Zeitraum der Herrschaft von Nikolai Pawlowitsch gewidmet. Die Natur des "Ritters Nikolai", wie er in seiner Kindheit genannt wurde, "Don Quijote des Absolutismus", wie man ihn später nannte, war geprägt von den Ideen des absoluten Konservatismus seiner Lehrmeister, des Historikers Nikolai Karamzin und des Generals Matthias Lambsdorff: der Mensch — von geringer Bedeutung, der Staat — von selbstwert. Eine unbeholfene, aber zugleich pathosgeladene Außenpolitik wurde zu einem hohen Preis bezahlt — dem Preis des Blutes des russischen Soldaten. Technische Durchbrüche hatten ihren Preis in den Leiden und Nöten des einfachen Menschen. Zur Mitte der Herrschaft von Nikolai I. erkannten aufmerksame Beobachter hinter dem äußeren Glanz des Hofes und der Macht einer millionenscharen Armee zunehmend den Stillstand und den Verfall eines riesigen Landes, das in die Fesseln der Sklaverei gehüllt war.