Jan Vermeer starb vor dreieinhalb Jahrhunderten im Alter von nur 43 Jahren. Er hinterließ etwa 30 kleine Gemälde. Dies sind keine epischen Schlachtszenen, darauf sind keine bekannten Personen oder bedeutenden Ereignisse abgebildet. Es gibt keinen rembrandtschen Drama oder rubenssche festliche Aufgeregtheit. Es sind filigrane, intime, von Ruhe durchatmete Werke. Es ist das sanfte Licht, das durch das Fenster strömt. Es sind gewöhnliche Menschen, die in ihre Welt vertieft sind und mit alltäglichen Angelegenheiten beschäftigt sind. Hier liest eine Frau einen Brief. Dort spielt eine andere auf der Laute. Die Spitzlerin beugt sich über die Arbeit. Der Künstler malt ein Bild.
Warum sind gerade diese wenigen und auf den ersten Blick unscheinbaren Werke bis heute so faszinierend und halten so viele Rätsel bereit? Warum verstummen die Debatten über ihre Provenienz, über zahlreiche Fälschungen und Nachahmungen nicht? Warum zieht jedes Gemälde Vermeers Menschenmengen an, egal, in welcher Ausstellung es sich befindet, und warum ist jedes Museum, das das Glück hat, auch nur ein Gemälde des Meisters zu besitzen, stolz darauf wie auf einen echten Schatz?
Alexandra Persheeva, Doktor der Kunstwissenschaft, Spezialistin für Semiotik und allgemeine Theorie der Kunst, Dozentin an der Designschule der Nationalen Forschungsuniversität Höhere Schule für Wirtschaft, Mitautorin bekannter Online-Kurse über Kunst und Design (die Gesamtzahl der Kursbesucher hat bereits über 100.000 überschritten), erzählt in ihrem Buch nicht nur von der Malerei Vermeers, sondern wird für den Leser auch zu einer Führerin in die Welt der niederländischen Kunst, malt ein lebendiges Bild der Epoche, in der das entstand, ohne das wir uns die Moderne nicht vorstellen können: Wissenschaft, rationales Denken, internationaler Handel, freier Kunstmarkt. Es wird klar, in welchem Kontext die Kunst von Vermeer entstand und warum sie so ist, wie wir sie kennen. Alexandra wird dem Leser die Tiefe und den Reiz der Malerei von Jan Vermeer enthüllen, zeigen, wie er die Weltkunst beeinflusste und weiterhin beeinflusst und warum seine Werke heute, Jahrhunderte nach dem Tod des Meisters, nach wie vor anziehend für uns sind.