«Gentlemen und Spieler» — ein psychologischer Thriller über eine geschlossene englische Schule, in der alte Verletzungen in sorgfältig vorbereitete Rache umschlagen. Die Handlung spielt in St. Oswald — einer privilegierten Bildungseinrichtung für Jungen mit strengen Regeln, harter interner Hierarchie und einem Kult der makellosen Reputation. In dieser Welt beginnt die gewohnte Ordnung zu bröckeln: Zuerst geschehen kleine Merkwürdigkeiten, dann sieht sich die Schule einer Reihe von Vorfällen gegenüber, die ihren Ruf und ihre Ruhe erschüttern. Die Spannung entsteht nicht aus Verfolgungen, sondern aus einem versteckten Krieg, in dem jeder Schritt einem Zug in einer langen Schachpartie ähnelt.
Im Mittelpunkt der Handlung steht das Aufeinandertreffen zweier Erzähler. Einer von ihnen ist ein älterer Lateinlehrer, der viele Jahre an St. Oswald gedient hat und die Schulordnung gut kennt. Der andere ist ein Mensch, der mit diesem Ort durch eine alte Wunde verbunden ist und beschlossen hat, mit der Schule und ihrer Welt abzurechnen. Während in St. Oswald besorgniserregende Vorfälle zunehmen, greift die Vergangenheit immer stärker in die Gegenwart ein. Joanne Harris verbindet eine Detektivgeschichte, einen Schulroman und ein psychologisches Drama und führt allmählich zu der Frage, wie Verletzung, Demütigung und das Gefühl des Andersseins selbst das stabilste System zerstören können.
Der Roman ist auf dem Wechsel zwischen zwei Stimmen aus der Ich-Perspektive aufgebaut. Diese Technik verstärkt die Spannung und zwingt dazu, die Details, Andeutungen und Unterschiede in der Wahrnehmung der Ereignisse genauer zu verfolgen. Der Titel «Gentlemen & Players» steht in Verbindung mit der englischen Tradition, Amateure und Profis im Cricket gegenüberzustellen, und dieser Sinn spiegelt sich im Thema der sozialen Trennung wider. In dem Buch gibt es Erwähnungen von Mobbing, psychischer Gewalt, Tod und tragischen Vorfällen.