Bei der Bestimmung oder Erkennung des seelischen Zustands eines Menschen, bei der psychologischen Analyse im Allgemeinen, sollte der umfassenden Untersuchung des äußeren Erscheinungsbildes, soweit es sich in der Mimik des Gesichts, Gesten, Körperbewegungen und Haltungen ausdrückt, eine wesentliche Rolle zukommen. Durch diese Untersuchung können nicht nur konkrete und spezielle Fragen geklärt werden, sondern nicht selten auch allgemeine wissenschaftliche Positionen, die sich auf die Klassifizierung und Eigenschaften psychischer Prozesse beziehen. Die hier angebotene Arbeit unterscheidet sich von den gewöhnlichen Traktaten über Psychologie, aber in einer solchen enzyklopädischen Darbietung könnte sie nicht nur für Fachleute – Psychologen – zugänglicher sein, sondern auch für gebildete Leser: Künstler, Richter, Pädagogen und Psychiater sowie für neugierige Menschen. Illustrationen sind in der heutigen Zeit der unvermeidliche Begleiter unserer gedanklichen Überlegungen, die sich weigern "rein" und "abstrakt" zu sein, sondern sich in Fleisch und Blut realer Fakten der physiologischen Realität kleiden wollen. Angesichts eines solchen Erforderns, das aus der geistigen Evolution resultiert, ist die angebotene psychologische Arbeit mit zahlreichen Illustrationen ausgestattet, die die psychologischen Fakten illustrieren und erläutern. Zu demselben Zweck – der lebendigen bildlichen Erläuterung – werden im Buch verschiedene Auszüge aus poetischen Werken angeführt. Möglicherweise wird die Physiognomik, mehr als jede andere wissenschaftliche Disziplin, in der Lage sein, so vielfältiges psychologisches Material zu verknüpfen und zu vereinen, wie es die Poesie, die bildende Kunst, die Physiologie, die Biologie und die Psychiatrie bieten. Bereits allein aus diesem Grund sollte die Physiognomik sich einen Platz und eine Stellung als Teil der Psychologie erobern. .