Christopher Jones ist eine bedeutende Figur in der Geschichte der modernen Chirrologie. Als ehemaliger Vorsitzender der Londoner Chirrologischen Gesellschaft und Master of Arts (Oxford) hat er über viele Jahre die Geschichte der Tradition des Handlesens erforscht und sich dabei nicht nur auf wissenschaftliche Arbeiten, sondern auch auf Primärquellen, die in europäischen Bibliotheken und Museen aufbewahrt werden, gestützt. Im Gegensatz zu anderen Forschern der Geschichte der okkulten Wissenschaften, zu denen die Chiromantie gehört, ist K. Jones selbst ein hochqualifizierter Spezialist im Handlesen, der eine Reihe talentierter Schüler ausgebildet hat, die auch außerhalb Englands bekannt sind, darunter solche Chiromanten wie Johnny Fincham und Lynn Seal.
Mit dem Ziel, unbegründete Mythen zu entlarven, verfolgt K. Jones die Geschichte der Entwicklung des Handlesens von seinen Anfängen vor tausenden von Jahren in Indien bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschungen, Quellen zur Chiromantie und seiner eigenen Erfahrung versucht er, die wichtigsten Arbeiten eines bestimmten Zeitraums herauszustellen und den historischen Kontext zu verstehen, innerhalb dessen die Ansichten eines bestimmten Vertreters der Tradition gebildet wurden. In Jones' Buch finden sich zahlreiche detaillierte Beschreibungen mittlerweile überholter Methoden und Ansichten, die jedoch für uns von gewissem Interesse sein können.
Als praktizierender Meister betrachtet Jones die Chiromantie nicht als eine tote oder sich nicht entwickelnde Kunst, sondern weist die Leser darauf hin, dass im 20. Jahrhundert die Chirrologie - eine psychologisch orientierte Form des Handlesens - entsteht, der viele Wissenschaftler und Forscher Tribut zollten. Durch seinen Schüler Julius Spier machte sich Carl Jung mit der Chirrologie vertraut, der sogar ein Vorwort zu Spiers einzigem Buch über die Hände von Kindern schrieb. Über eine beeindruckende Handberatung bei Spier erinnerte sich Maria-Louise von Franz in einer ihrer Arbeiten. Seitdem hat die Chirrologie, ähnlich wie die Astrologie, Psychologen und Psychoanalytiker interessiert und sich als eine der unkonventionellen Methoden zur Diagnose persönlicher Veränderungen etabliert.