Marina Alexeeva – eine dreißigjährige Musikdozentin, die im Moskau der frühen 80er Jahre lebt. Ihr Leben – eine Mischung aus Traumata, dissidentem Milieu, sexuellen Suchen und schmerzlicher Einsamkeit. Marinas Vergangenheit – eine Reihe von Liebesaffären, die ihr weder Frieden noch Sinn bringen. Sie sucht nach Liebe in Frauen, Männern, Ideen, im Protest – doch jedes Mal endet sie in einer Sackgasse.
Marina hasst die sowjetische Armut um sie herum, lebt jedoch gleichzeitig in ihr und versucht, wenigstens einen Raum für Freiheit zu finden. Ihr Umfeld sind Dissidenten, Künstler, Menschen, die sich dem System widersetzen oder von ihm träumen zu fliehen. Doch Marina verliert zunehmend den Kontakt zu sich selbst: Ihre Sexualität, Traumata und Enttäuschungen verwandeln das Leben in einen chaotischen Fluss von Episoden, in denen sie versucht, "Liebe zu schenken" an alle, die sich dem Amtsstandpunkt entgegenstellen.
Die Wende tritt ein, als Marina Sergej Rumiantsev trifft – den Sekretär des Parteikomitees, der äußerlich ihrem Lieblingsschriftsteller-Dissidenten ähnelt. Ihre Verbindung wird für sie ein Schock: Zum ersten Mal empfindet sie ein wahres, starkes Gefühl – und es kommt nicht von Freiheit, sondern von einem Symbol des Systems. Dieser Moment löst in Marina eine Metamorphose aus: sie verbrennt die Spuren ihres bisherigen Lebens, lehnt die dissidenten Ideale ab und taucht ein in die Welt sowjetischer Klischees, indem sie sich in Sprache und Rituale des Regimes auflöst.
Die Verwandlung einer lebendigen Frau in einen Strom von offizieller Propaganda. Marina hört auf, mit ihrer eigenen Stimme zu sprechen: Ihre Rede wird zu einem gesichtslosen Text der Zeitungsschlagzeilen, und sie selbst wird zum Symbol dafür, wie das System die Persönlichkeit verschlingt.