Digitale Technologien, Big Data, technologische Giganten, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz revolutionieren sowohl die Instrumente der Wirtschaftswissenschaft als auch die Phänomene, die sie untersucht, interpretiert und zu formen versucht. In ihrem Buch «Zahnräder und Ungeheuer» untersucht Diane Coyle ernsthafte Probleme und neue Chancen, mit denen die moderne Wirtschaft konfrontiert ist, und analysiert, was getan werden muss, um politischen Entscheidungsträgern zu helfen, sich den globalen Herausforderungen zu stellen – von den Folgen der Pandemie und Ungleichheit bis hin zum Wachstumsrückgang und der Klimakrise. Coyle ist der Meinung, dass die traditionelle Wirtschaftswissenschaft nach wie vor Menschen als «Zahnräder» betrachtet – als rationale, berechnende, unabhängige Akteure, die unter klar definierten Bedingungen handeln. Die digitale Wirtschaft zeichnet sich jedoch vielmehr durch «Ungeheuer» aus – unkontrollierbare, sich wie eine Lawine aufbauende und sozial bedingte Unbekannte. Schlimmer noch, indem sie Menschen als Zahnräder betrachtet, erzeugt die Wirtschaft selbst Ungeheuer und bleibt ohne Werkzeuge, um die neuen Probleme zu verstehen. In diesem Zusammenhang stellt Coyle wichtige Fragen: Ist der wirtschaftliche Individualismus im digitalen Zeitalter relevant, ist es nicht an der Zeit, Wachstum und Fortschritt neu zu messen, und kann die Wirtschaft objektiv sein, wenn sie das beeinflusst, was sie untersucht?