Eugen Onegin ist ein Versroman von Alexander Sergejewitsch Puschkin, der zwischen 1823 und 1830 verfasst wurde. Die Handlung des Werkes dreht sich um das Leben des jungen Petersburger Adligen Eugen Onegin, der, müde von gesellschaftlichen Vergnügungen, Bällen und dem Theater, nach dem Erhalt des Erbes von seinem Onkel aufs Land zieht. Dort lernt er seinen Nachbarn, den jungen Dichter Wladimir Lenski, kennen, der ihn in das Haus der Larins einführt.
Die älteste Tochter der Familie, Tatjana, verliebt sich in Onegin und schreibt ihm eine offene Liebeserklärung, jedoch weist Eugen ihre Gefühle zurück und erklärt dies mit seiner Unfähigkeit zur familiären Lebensführung und dem Fehlen von Liebe. Bald darauf fordert Onegin wegen eines zufälligen Konflikts bei Tatjanas Namenstag Lenski zu einem Duell heraus und tötet ihn, woraufhin er aus dem Dorf flieht, gequält von Reue.
Nach einigen Jahren kehrt Onegin nach Petersburg zurück und trifft Tatjana, die zu diesem Zeitpunkt den General geheiratet hat und eine wichtige Gesellschaftsdame geworden ist. Als er sie in ihrem neuen Erscheinungsbild sieht, erkennt Onegin die Tiefe seiner Gefühle und versucht, ihre Zuneigung zu gewinnen. Tatjana gesteht, dass sie Eugen immer noch liebt, weist ihm jedoch bestimmt eine Abfuhr, da sie beschließt, ihrem Ehemann treu zu bleiben, woraufhin der Roman abrupt endet.
Das Werk ist weithin bekannt als Enzyklopädie des russischen Lebens der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dank der detaillierten Beschreibung von Lebensstil, Sitten, Mode, Bildung und gesellschaftlichen Stimmungen jener Zeit. Der Roman ist in einer besonderen Onegin-Strophe verfasst, die aus vierzehn Verszeilen besteht, die aus vierhebigen Jamben bestehen.