Was bedeutet es, in der Epoche des großen "Wir" Außenseiter zu sein?
Philosophen, Künstler, Schriftsteller, Einzelgänger, Wanderer – diejenigen, die "an der Gesellschaft vorbei" gehen – werden zum Schlüssel für das Verständnis von Kultur, Politik und sich selbst.
Ralph Konersmann zeigt, wie die moderne Gesellschaft ein kraftvolles kollektives "Wir" schafft und gleichzeitig diejenigen hervorbringt, die "anders sind als sie". Vom jakobinischen Terror bis zur Popkultur, von Jean-Jacques Rousseau bis David Bowie – die Figur des Außenseiters durchläuft Philosophie, Literatur und Medien, ändert die Masken, behält jedoch die Funktion: die Grenzen der Norm aufzuzeigen.
Konersmann analysiert feinfühlig, wie Mechanismen der Solidarität und Zugehörigkeit zu Ausschlussinstrumenten werden. Wie der "exzentrische" Denker zur Bedrohung wird. Wie der "Querdenker" vom Symbol der Unabhängigkeit zum Stigma wird. Und wie der Markt aus dem Aufstand einen Stil macht.