Es wird allgemein angenommen, dass der Begriff "Freiheit" untrennbar mit der Möglichkeit verbunden ist, zu gehen: sich von einem Ort zu entfernen, Grenzen zu überschreiten, ein neues Leben zu beginnen. Aber wie kann man frei sein, wenn die Orte, an denen man leben kann, und die Luft, die man atmen kann, verschwinden? Was kann man tun, wenn es bald keinen Ort mehr gibt, um wegzugehen – es sei denn, auf einen anderen Planeten?
In diesem Buch schlägt eine der herausragendsten Vertreterinnen der modernen deutschen Philosophie, Eva von Redeker, vor, Freiheit durch die Kategorie Zeit neu zu denken. Frei ist nicht derjenige, der gehen kann, sondern derjenige, der bleiben kann – hier bleiben, mit jemandem bleiben, am Leben bleiben.
Indem sie politische Theorie, ökologische Gedanken und persönliche Erfahrungen verbindet, verwandelt Redeker Philosophie in eine Form des Widerstands gegen die Logik unendlichen Wachstums und Konsums. "Freiheit zu bleiben" ist der Versuch, Freiheit in einer Welt begrenzter Ressourcen, einer verletzlichen Zukunft und der wechselseitigen Abhängigkeit allen Lebens neu zu denken.