«Als wir endlich fließend lesen lernten, gab es schon nichts mehr zu lesen».
Eine tragikomische und berührende Geschichte über Jugendliche aus intellektuellen Familien, die während der chinesischen Kulturrevolution zur «freien Umerziehung» auf den Berg mit dem poetischen Namen Himmlischer Phoenix verbannt wurden. Glücklicherweise ist die Jugend eine Zeit, in der selbst harte Arbeit in der Mine und auf den Reisfeldern nicht die Träume und die Liebe behindern kann. Zudem erwartet die Helden in diesen Bergen ein wahrer Schatz – der Inhalt eines Koffers des gleichfalls «umerzogenen» mit dem Spitznamen Brillenschlange. Bücher. Verbotene ausländische Bücher: Balzac, Dumas, Flaubert, Tolstoi, Gogol, Dostojewski, Kipling, Dickens, Brontë...
Für die jungen Menschen, deren literarische Erfahrung drohte, sich auf einen Sammelband von Maos Zitaten zu beschränken, wurden Bücher zur Tür in eine Welt intellektueller Freiheit, mächtiger Leidenschaften und feinsinniger Bildsprache. Und dann beschließt einer der Helden, der in die Tochter des örtlichen Schneiders, die Schönste des Himmlischen Phoenix, verliebt ist, sie in diese Welt einzuführen. Welche Früchte wird diese «Gefühlserziehung» bringen und werden sie süß sein?