Vor Ihnen liegt ein fundamentales Werk, das Jahrzehnte seiner Zeit voraus ist. Der französische Psychiater Paul-Max Simon unternimmt, ähnlich wie Sigmund Freud, jedoch zwanzig Jahre früher, den mutigen Versuch, das terra incognita des menschlichen Verstandes zu kartografieren.
In diesem Buch, das erstmals 1890 veröffentlicht wurde, hören Träume und Halluzinationen auf, nur folkloristische „Monstrositäten“ oder mystische Visionen zu sein. Simon untersucht sie mit kalter wissenschaftlicher Logik als Schlüssel zum Verständnis der Funktionsweise des Gehirns. Er analysiert detailliert, wie körperliche Leiden, unterdrückte Wünsche, äußere Reize und tägliche Erlebnisse in bizarre Traumbilder und intrusive Stimmen umgewandelt werden.
Auf den Seiten dieses Buches finden Sie erstaunliche Geschichten: von prophetischen Träumen und hypnagogischen Halluzinationen bei gesunden Menschen bis hin zu komplexen Fällen von Dämonomanie, Werwolferscheinungen und Vampirismus, die der Autor aus der Perspektive der sich entwickelnden Psychiatrie erklärt. Diese Reise an der Grenze von Wissenschaft und Wahnsinn, Realität und Illusion zwingt dazu, das eigene „Ich“ neu zu betrachten.