Anna Alexandrowna Wyrubowa (geb. Taneeva) war eine enge Vertraute der Zarenfamilie, eine Freundin der Kaiserin Alexandra Fjodorowna, und eine der wenigen, die sich 1917 nicht von den Romanows lossagten. Ihren Hofdienst als Damen-Hofmeisterin hatte Anna Wyrubowa nur kurz inne, bis zur Heiratszeit, die kurz und unglücklich war, und danach blieb sie einfach eine Freundin der kaiserlichen Familie.
Die Kaiserin Alexandra Fjodorowna fand es nicht leicht, sich mit Menschen anzufreunden, und diejenigen, die ihr nahestanden, sahen sich Neid und Tratsch aus dem höfischen Umfeld gegenüber.
Diese Schicksalsgemeinschaft ereilte auch Anna Wyrubowa. Besonders lebhaft und wild versuchten die Klatschenden, ihre Bekanntschaft mit Rasputin, die durch die Kaiserin zustande kam, auszumalen. Anna Wyrubowa war nach der Abdankung von Nikolaus II. wildem Verfolgung, Demütigungen, Denunziationen und Haft ausgesetzt, ertrug jedoch alles, ohne die kaiserliche Familie zu verraten, zu der sie aufrichtig hingezogen war. Und nur in ihren Erinnerungen, die etwas naiv und offen sind, versuchte sie, die Wahrheit zu enthüllen.
Die ersten Ausgaben der Erinnerungen von A.A. Wyrubowa wurden durch die Veröffentlichung von Briefen an sie von Mitgliedern der kaiserlichen Familie (Paris, 1922) und von Briefen der Anna selbst aus dem Gefängnis an ihre Eltern und Bekannten in der Nach-revolutionären Zeit (Berlin, 1923) begleitet. Diese Briefe, die von großem historischem Interesse sind, sind in den Anhang dieser Ausgabe aufgenommen.