Es lebten einmal zwei Freundinnen, die schwarze Schlange und die weiße Schlange, und eines Tages verliebte sich die weiße Schlange in einen Mann. Der Mann war schwach und verriet sie, doch die schwarze Schlange rettete sie.
So besagt die Legende, und in Wirklichkeit schworen sich die beiden Freundinnen, Jia Li und Wu Fang, schon in ihrer Kindheit, dass sie ihren eigenen Weg wählen würden. Jia Li ist eine bekannte Dichterin und Heilerin, Wu Fang wird die erste Chirurgin in China. Beide hatten das Glück, von wahrhaft freien Menschen erzogen zu werden, und sie leben entgegen den Regeln, die die chinesische Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Frauen auferlegte. Doch Jia Li heiratet, und all ihre Pläne und Träume stehen auf der Kippe.
Gerade verwitweter Charles kommt aus England nach China, wo er hofft, ein neues Leben zu beginnen. Die Arroganz seiner Landsleute stößt ihn ab, und er freundet sich mit dem chinesischen Kollegen Yan Bu, dessen junger Frau Jia Li und ihrer Freundin Wu Fang an. Gemeinsam arbeiten und lernen diese vier voneinander - Kulturen und Traditionen vermischen sich, zerbrechen und verändern sich.
Doch der Tag kommt, an dem Charles sich zwischen Heimat und Freunden entscheiden muss...
Lu Hong, eine tiefgehende Kennerin der chinesischen Geschichte, hat einen Roman über wahre Freundschaft, Selbstaufopferung, stillen Aufstand und das Überwinden von Grenzen geschrieben. Hier vermischen sich chinesische Legenden mit "Eine Geschichte aus zwei Städten", und die schwarze Schlange rettet immer wieder die weiße Schlange, doch zu welchem Preis - das bleibt eine offene Frage.