Das Tagebuch des Künstlers, Kunsthistorikers und Mitarbeiters des Russischen Museums, Wsewolod Wladimirowitsch Woinow (1880–1945), trägt den Titel „Materialien zur zeitgenössischen Kunst“ (1921–1922) und taucht den Leser in die stürmische Atmosphäre des Lebens in Petrograd jener Jahre. Zudem bietet es die Möglichkeit, das Ausmaß und die Vielseitigkeit der Tätigkeit Woinows zu würdigen: als graphischen Künstler, Museumsmitarbeiter, Kunstkritiker und Kunsthistoriker. Woinow war ein Vertreter der jüngeren Generation des Kreises „Welt der Kunst“, sein Werdegang fand in den 1910er Jahren statt, während seine aktivste Tätigkeit und kreative Selbstverwirklichung in den 1920er Jahren lagen. Der für viele Mitglieder des „Welt der Kunst“ charakteristische Universalismus fand in seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit einen hellen Ausdruck. Im Tagebuch werden eine enorme Anzahl von Persönlichkeiten erwähnt, sowohl Künstler der Vergangenheit als auch Zeitgenossen. Neben Boris Kustodiew, dem ersten und wichtigsten Protagonisten vieler Seiten des Tagebuchs, sind dies Meister des Kreises „Welt der Kunst“, Kollegen aus dem Ermitage und dem Russischen Museum: Alexander Benois, Stepan Jaremitch, Georgij Verijski, Dmitri Mitrochin, Peter Neradowski, Mstislaw Dobuschinski, Anna Ostroumowa-Lebedeva, Fedor Notgaft und andere Künstler, Kritiker, Museumsmitarbeiter – Nikolai Punin, Erich Gollerbach, Igor Grabary, Isaak Brodsky, Nadeschda Dobytschina.
Die Kommentare sind überwiegend den Werken der nationalen Kunst und aktuellen Ereignissen des künstlerischen Lebens der 1920er Jahre sowie dem vorausgehenden Zeitraum der 1900–1910er Jahre gewidmet, an die sich die Gesprächspartner des Autors erinnern.