Es scheint, dass das Bild der mächtigen Hexe oder des allmächtigen Zauberers in der westlichen Kultur immer existiert hat. Aber wann und unter welchen Umständen entstand es?
Kimberly Stratton schlägt vor, Magie als einen Diskurs zu betrachten, der eine eigene kulturelle, soziale und politische Geschichte hat. Die Autorin analysiert die Bilder von Hexen und Zauberern in der Literatur von vier miteinander verbundenen historischen Perioden – dem klassischen Athen, dem frühen imperialen Rom, dem vorkonstantinischen Christentum und dem rabbinischen Judentum. Stratton vergleicht die Entwicklung des Diskurses über Hexerei in diesen Kulturen, findet gemeinsame Merkmale und stellt Verbindungen zwischen diesen ideologischen Konstrukten und den sozialen Faktoren her, die sie hervorgebracht haben.
Eine der Hauptaufgaben des Buches ist es zu zeigen, dass im Altertum die Anschuldigungen der Hexerei nicht auf einfache Verleumdungen reduzierbar waren, sondern ein Versuch, die Grenzen von Macht und Legitimität zu definieren, eine Trennung zwischen sich selbst und dem Anderen zu ziehen.
Kimberly Stratton ist Religionshistorikerin und außerordentliche Professorin an der Carleton University.