Alexander Iwanowitsch Kuprin (1870–1938) war ein herausragender russischer realistischer Schriftsteller. Er wurde in einer kleinen Bezirksstadt Narowtschat (heute Region Pensa) in einer Familie von altadeligen Familien geboren. Der Vater des zukünftigen Schriftstellers starb 1871, ein Jahr nach der Geburt seines Sohnes. Für die Familie kamen schwere Zeiten, und die Mutter sah sich gezwungen, den Jungen in ein Waisenhaus zu geben. 1880 trat Kuprin in die Zweite Moskauer Militärgymnasium ein, 1887 in die Alexandrowsche Militärschule. Von 1890 bis 1894 diente Alexander Iwanowitsch im Rang eines Unterleutnants im 46. Dnipro-Regiment in der Provinz Podolien. 1894 trat er in den Ruhestand und zog nach Kiew. Er hatte keinen zivilen Beruf und bevor er sich zum Schreiben entschloss, wechselte er viele Berufe. A.I. Kuprin war ein neugieriger Mensch, der interessiert war, sich in verschiedenen Rollen zu versuchen. Er sagte seinen Freunden scherzhaft, dass er „für einige Tage ein Pferd, eine Pflanze oder einen Fisch sein möchte“.
Das erste Werk von A.I. Kuprin – die Erzählung „Der letzte Debüt“ – wurde 1889 veröffentlicht, als er Kadett an der Militärschule war. Als das der Führung bekannt wurde, setzte man Kuprin für zwei Tage in den Arrest. Damals schwor er sich, die literarischen Experimente aufzugeben und den Feder und das Papier nicht mehr zu berühren. Doch die Bekanntschaft mit Bunin, Tschechow und Gorki Ende der 1890er Jahre ließ ihn das einst gegebene Wort vergessen. 1901 zog A.I. Kuprin nach Petersburg und begann als Sekretär der „Zeitschrift für alle“ zu arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die lesende Öffentlichkeit sein literarisches Talent zu schätzen gewusst, und die Erzählung „Der Duell“, die 1905 veröffentlicht wurde, festigte endgültig seinen Ruf als Meister des Wortes.
Die Handlung der Erzählung „Der weiße Pudel“ basiert auf wahren Ereignissen; der Schriftsteller kannte diese Gruppe von Künstlern persönlich. Die Geschichte, die Seryozha erzählte, bewegte A.I. Kuprin. In dieser einfachen Handlung sind zwei für den Schriftsteller wichtige Themen angesprochen – das Thema sozialer Ungleichheit und das Thema der Beziehungen zwischen Menschen und Tieren. Der Autor stellt das Verhalten von Seryozha und Trilli sehr klar gegenüber. Der Sohn der Dame ist ungeschickt und verwöhnt, gleichgültig gegenüber der Natur, Seryozha hingegen ist geschickt, stark und entschlossen. Der junge Künstler denkt nicht einmal daran, seinen vierbeinigen Freund in der Not zurückzulassen; für Trilli existieren nur seine Bedürfnisse, über die Gefühle und Wünsche anderer denkt er nicht einmal nach.