Das Buch ist eine Sammlung einzigartiger Märchen und Legenden des alten Japan. Darin werden die furchterregenden Mikado und die jahrtausendalten Fuchs-Wandler lebendig, während von dem sagenumwobenen Berg Fuji schöne Jungfrauen in den Himmel steigen. Die Übersetzung dieser alten Erzählungen ins Russische wurde von der bekannten Forscherin der japanischen Literatur Vera Nikolaevna Markova (1907–1995) ausgeführt. Die Texte sind mit farbigen Illustrationen der talentierten russischen Künstlerin Alexandra Olegovna Ponomareva (1984) geschmückt.
Die japanische Folklore beeindruckt durch ihre Vielfalt. Sie enthält erstaunliche Wesen. Alte Legenden und skurrile Märchen erzählen von allmächtigen Göttern, bezaubernden himmlischen Feen, geflügelten Tengu und schelmischen Geistern. So stellten sich die Menschen, die dieses wunderbare Land vor vielen Jahrhunderten bewohnten, die Welt vor. Gleichzeitig finden sich in den japanischen Überlieferungen auch Beschreibungen einzigartiger traditioneller Feste, wie Setsubun, das Fest des letzten Wintertages, oder Bon, das Fest zum Gedenken der Verstorbenen. In den Mythen spiegelt sich die alte Bräuche, der Lebensstil und die Überzeugungen vieler Generationen des japanischen Volkes wider. In dieser Herausgabe sind über einhundertfünfzig einzigartige Legenden und Märchen des alten Japan versammelt. Durchdrungen von ursprünglicher Schönheit, manchmal romantisch und manchmal erschreckend, legen sie menschliche Laster bloß und lehren, auf das Wesentliche zu schauen. In ihnen lösen stolze Samurai Streitigkeiten, Tempelschüler komponieren Tanka, elegante Paläste bewahren magische Geheimnisse und in den Dörfern streifen übernatürliche Wesen mit einer glatten Kugel anstelle eines Gesichts umher. Der wunderbare Übersetzung dieser Märchen und Legenden, durchgeführt von Vera Markova, hilft dem Leser, die Kultur des alten Japan zu ergründen.
Vera Nikolaevna Markova (1907–1995) – russische Dichterin, Übersetzerin, Forscherin der japanischen Literatur und herausragende Japanistin. Vera Nikolaevna wurde in Minsk in einer Ingenieursfamilie geboren. 1931 schloss sie das japanische Studienprogramm der Ostfakultät der Leningrader Universität ab und zog nach dem Großen Vaterländischen Krieg nach Moskau. Markova übersetzte hauptsächlich japanische Texte: Werke des Mittelalters, die Poesie von Saigyo, Novellen von Akutagawa Ryunosuke und viele andere Meisterwerke der Literatur. Ihre Übersetzungen waren so gut, dass sie Vera Nikolaevna weitreichende Bekanntheit einbrachten und das Interesse an der japanischen Kultur bei sowjetischen Schriftstellern und Komponisten weckten. 1993 erhielt Vera Markova den Orden des Heiligen Schatzes – eine Auszeichnung des japanischen Staates für Personen, die Japan außerordentliche Dienste geleistet haben.
Detaillierte farbige Illustrationen zu den Märchen und Legenden dieser Sammlung wurden von der russischen Künstlerin Alexandra Olegovna Ponomareva angefertigt. Alexandra Olegovna wurde 1984 in Moskau geboren. Sie schloss die Moskauer Staatliche Druckuniversität ab und wurde bald Mitglied des Moskauer Künstlerverbands. Ponomareva arbeitet mit vielen Verlagen zusammen. Ihre Illustrationen schmücken Bücher und Zeitschriften. Die Werke der Künstlerin befinden sich in Museums- und Privatsammlungen.