Einmal fand das Eichhörnchen Ryschik einen hohen und schönen Baum. Wie sehr er sich freute! So ein ausgezeichneter Baum – und nur für ihn allein. Er würde hier leben, die Stille, den Frieden und die volle Freiheit genießen, und niemand – niemand würde ihn stören!
Doch bald stellte sich heraus, dass dieser wunderbare Baum nicht nur Ryschik gefiel. Auch Vögel, die gerne auf seinen Ästen ruhten, betrachteten den Baum als ihr Zuhause. Und die Raupen, die die leckeren Blätter fraßen. Und die Käfer, die unter der Rinde lebten. Und die Tiere, die kamen, um sich am rauen Stamm zu kratzen… Nein, das Teilen des Baumes mit Nachbarn wollte Ryschik nicht. Daher beschloss er, sich auf die Suche nach einem anderen Zuhause zu machen – nur für sich allein.
Allerdings konnte er nicht weit gehen. Plötzlich geriet Ryschik in die Fänge eines Leoparden, der, seltsamerweise, den Baum ebenfalls ausschließlich für sich beanspruchte, da er es liebte, im kühlen Schatten zu ruhen. Außerdem war der Raubtier überzeugt, dass alle Bewohner des Baumes ebenfalls ihm, dem Leoparden, gehörten… wie falsch er doch lag. Keines der Insekten und kleinen Tiere, die den Baum bevölkerten, betrachtete sich als Eigentum von irgendjemandem. Gemeinsam retteten sie nicht nur Ryschik, sondern jagten auch den Leoparden für immer fort.
Dieses Buch gibt Anlass, mit dem Kind über wichtige Dinge zu sprechen: über den Wunsch zu besitzen und die Fähigkeit zu teilen; über das Leben in Einsamkeit und in enger Nachbarschaft. Mit anderen Worten, über das Leben in der Gesellschaft, im gemeinsamen Raum, sei es Familie, Zuhause, eine ganze Stadt oder sogar unser ganzer Planet.
Außerdem kann man mit diesem Bilderbuch spielen, wie mit einem Wimmeltbuch. Wer kann alle Insekten und Tiere auf dem Baum zeigen und benennen? Und hier ist eine Aufgabe für die aufmerksamsten: Sucht auf den Seiten des Buches ab der ersten Doppelseite das graue Eichhörnchen, das den ganzen Weg über heimlich Ryschik aus dem dichten Laub beobachtet.