Wenn wir uns die Zukunft vorstellen, denken wir normalerweise an uns selbst, die in ein mechanisiertes Ökosystem eingebettet sind, bewohnt von Robotern, Geräten und virtuellen Realitäten. Die Zukunft ist bunt und technologisch, und wir, die Menschen, sind die einzigen Akteure in dieser schönen Welt. Dieses Bild ist jedoch ein großer Irrtum, sagt der Biologe und Ökologe Rob Dunn. So sehr wir auch versuchen, die Natur zu beherrschen, bleiben wir Teil von ihr und sind von ihr abhängig. Diese Abhängigkeit bedeutet jedoch keineswegs, dass die Natur von uns abhängig ist: Sie wird mit jedem Versuch des Menschen umgehen, sie zu ignorieren, gegen sie zu kämpfen oder über sie zu herrschen, und die Gesetze des Lebens werden auch nach dem Aussterben unserer Art weiter gelten. In dem Buch "Mit uns oder ohne uns" erzählt Dunn von den biologischen Gesetzen, die unumstößlich sind wie die Gesetze der Physik, darüber, wie sich die um uns herum befindliche Welt verändert, welches Schicksal uns bekannte Arten erwartet und wo und wie sich neue bilden werden. Dabei hat die Menschheit im langen Verlauf ihrer Geschichte auf dem Planeten ungewollt wilde Arten ausgerottet, von denen sie abhängig war oder hätte abhängig sein können, und gleichzeitig die Entstehung von Arten gefördert, die uns Probleme bereiten.
Jetzt müssen wir, wenn wir selbst überleben wollen, lernen, die biologischen Gesetze zu verstehen und uns ihnen unterzuordnen. Dann werden unsere Chancen, noch 100, 1000 oder sogar eine Million Jahre zu leben, erheblich steigen. Wenn nicht – nun, die Ökologen und Evolutionsbiologen haben eine ziemlich überzeugende Vision davon, wie sich das Leben auf der Erde ohne uns entwickeln wird…