Der neue Roman der amerikanischen Schriftstellerin Ann Patchett erinnert an ein Märchen der Brüder Grimm, das sich zu einem Familienepos ausgedehnt hat. Die Geschichte der Hauptfiguren, Danny Conroy und seiner Schwester Maeve, umfasst die gesamte zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, und ihre Schicksale sind auf fatale Weise mit dem Holländischen Haus verbunden – einem Herrenhaus im Osten von Pennsylvania, das einst der verarmten Dynastie der niederländischen Magnaten Van Hubey gehörte. Das Holländische Haus selbst ist nicht von Geistern bewohnt, aber jeder, der seine Schwelle übertritt, wird in gewisser Weise zum Geist des Hauses – egal wohin er danach geht, wo immer er später lebt, trägt er dieses Bild immer mit sich.
Für Danny und Maeve bleibt nur das: der viel zu früh verstorbene Vater, die längst zur Erinnerung gewordene Mutter, die wie aus einem nächtlichen Albtraum erscheinende Stiefmutter und das unheimliche Familienanwesen. Und auch das Erwachsenenleben, das einfach nicht beginnen will: der Fluch der Kindheit, das Siegel der Waise, die Unmöglichkeit, einmal gebildete Bande zu lösen. «Das Holländische Haus» ist eine Geschichte über den Sieg der Liebe über das Böse. Ein Sieg, der von Verlusten geprägt ist und in vielerlei Hinsicht nicht offensichtlich, denn letztendlich muss der Leser selbst herausfinden, auf welcher Seite er steht und ob es hier einen Bösewicht gab. Und wenn ja – wer ist er?