Wir alle stehen unter dem Einfluss unserer Gewohnheiten und täglichen Rituale. Für manche ist es die morgendliche Tasse Kaffee, das intensive Joggen, das Lesen eines Buches vor dem Schlafengehen – das, was Freude, Glück und Nutzen bringt. Aber es gibt auch andere Abhängigkeiten, die der Gesundheit schaden und das Leben zerstören. Gerade sie stehen im Mittelpunkt des Psychiaters und Drogenberaters Marat Aginyans.
Indem er die Natur der Abhängigkeit untersucht, beantwortet der Autor wichtige Fragen: Wer ist aus welchem Grund mehr oder weniger anfällig für das Entstehen von Sucht, was ist die neurobiologische Grundlage dafür, was ist das Phänomen der Co-Abhängigkeit, was kann man tun, um aus dem Teufelskreis auszubrechen, und woher findet man die Kraft, um ins normale Leben zurückzukehren.
Laut dem Autor überwinden nicht die, die über außergewöhnliche Intelligenz oder eiserne Willenskraft verfügen, die Krankheit, sondern die, die jeden Tag, Schritt für Schritt, das tun, was getan werden muss.
In dem Buch „Abhängigkeit und ihr Mensch“ erzählt der Autor von realen Geschichten von Menschen, die bis zum Grund gesunken sind und nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben anderer zerstört haben. Nicht allen gelang es zu überleben und gerettet zu werden, aber umso wertvoller ist die Erfahrung derjenigen, die trotz allem die Abhängigkeit überwinden und auf den Weg der sicheren Genesung zurückfinden konnten. Dies ist eine anspruchsvolle, aber unglaublich ansprechende Lektüre, die Vertrauen zu dem Arzt schafft, für den es keine hoffnungslosen Patienten gibt, und die anerkennt - die Welt ist oft beängstigender und komplizierter, als wir uns wünschen würden, aber selbst in den hoffnungslosesten Situationen, selbst für die, die in der Gewalt einer gnadenlosen Krankheit stehen, gibt es jemanden, auf den man sich stützen kann, und einen Grund, zu leben. Die Beispiele dieser Menschen zwingen dazu, die eigene Existenz zu überdenken und die gesamte Fülle und Zerbrechlichkeit des Lebens zu spüren, selbst wenn man persönlich, wie es einem scheint, unendlich weit von dem Problem der Abhängigkeit entfernt ist.