Juri Dombrowski (1909–1978) schrieb seinen Hauptroman “Fakultät der unnützen Dinge” über zehn Jahre lang, ohne auf eine Veröffentlichung in seiner Heimat zu hoffen. Das Buch wurde erstmals 1978 im Pariser Verlag veröffentlicht, und der Autor konnte es sogar noch in den Händen halten. Die Veröffentlichung in der Heimat erfolgte viel später. “Fakultät” schließt eine Art Dilogie ab, die mit “Hüter der Antiquitäten” begonnen wurde, und der Hauptcharakter ist derselbe — Zybin, ein Mensch, der der Kultur treu ergeben und selbst ein unverzichtbarer Teil davon ist. Dies ist ein Roman-Märchen über einen Verräter, ein Opfer und einen Henker, darüber, dass diese Begriffe in unserem Land eng und tragisch miteinander verwoben sind.
Zybin wurde verhaftet (antisozialistische Propaganda, Flucht ins Ausland, Diebstahl von Gold), dennoch bleibt er der Sieger. Ungebrochen. Wie auch der Autor des Romans. Inländische und ausländische Kritiker stellten "Fakultät der unnützen Dinge" auf eine Stufe mit “Der Meister und Margarita” von M. Bulgakow und “Doktor Schiwago” von B. Pasternak. Und wissen Sie, woran ich jetzt denken musste? Lessing schrieb irgendwo, dass der Märtyrer die undramatischste Figur der Welt sei. Über ihn und seine Tragödie kann man nicht schreiben. Er hat weder Taten, noch Schwankungen, noch Emotionen — nur Geduld. Man quält ihn, und er erträgt es, man versucht ihn zu verführen, und er betet. … Nach den Märtyrern kommen immer die Henker.