Gertie – Erstsemesterstudentin der Fakultät für Recht, die Jüngste in der Familie Rosenbaum.
Vor einem halben Jahrhundert, im Jahr 1938, flohen ihre Großeltern aus dem nationalsozialistischen Österreich. Wiener Musik, Küche, Erinnerungen an das „alte Leben“ – all das ist bis heute Teil der Familientradition, die von der älteren Generation sorgfältig bewahrt wird und die Gertie so sehr liebt. Doch alles, was mit dem Schicksal der Verwandten zu tun hat, die im bereits von den Nationalsozialisten besetzten Österreich verblieben, ist von einer Mauer des Schweigens und Unbehagens umgeben. Eines Tages erhebt sich Gertie gegen die familiäre Angst und Scham und möchte die Vergangenheit aufklären, die noch immer wie eine Gewitterwolke über den Rosenbaums schwebt. Und das Geheimnis lüften, das sich hinter dem Namen ihres Cousins Viktor verbirgt…
„Viktor“ ist der Debütroman der niederländischen Schriftstellerin Judith Fanto, verwoben aus zwei parallelen Handlungssträngen, Vergangenheit und Gegenwart, zwischen denen die Protagonistin eine Verbindung im Namen der Zukunft, im Namen der „Kontinuität des Lebens“ finden muss, wie einer ihrer Vorfahren sagt.