Der Dichter Jewgeni Jewtuschenko (1932-2017), der vor mehr als einem halben Jahrhundert weltberühmt wurde, wurde bis zu seinen letzten Tagen nicht von Gleichgültigkeit verletzt - einige bewunderten ihn, andere erstaunten ihn, und wieder andere irritierten ihn: „Ich bin verschieden - ich bin arbeitsam und unbelasten. Ich bin zielgerichtet und nicht zielführend…“ Viele seiner Zeilen sind in Redewendungen eingegangen („Ein Dichter in Russland - mehr als ein Dichter“, „Es sind andere Zeiten gekommen. Es sind andere Namen aufgeblüht“, „Wie auch immer man es dreht und wendet, aber es existiert Nofretete…“ und so weiter), viele Lieder auf seine Texte gelten als Volkslieder („Fällt der Wind eine Erlenohrringe in die Hände…“, „Der Fluss fließt, im Nebel schwindet…“), zu vielen seiner Werke wurden Theaterstücke und Filme produziert, und auch er war der Filmkunst als Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur nicht fremd. Ilja Falikow, ein bekannter Dichter, Prosaiker und Essayist, präsentiert den Lesern ein riskantes und äußerst faszinierendes Werk, in dem er versucht, das Phänomen mit dem Namen „Jewtuschenko“ zu entschlüsseln. Dieses Buch ist kein Panegyrik, kein Pamphlet, keine trocken dargelegte Biografie. Es ist ein epischer Blick auf das rebellische 20. Jahrhundert, das vielleicht am vollständigsten, ausdrucksvollsten und umstrittensten in der Kreativität sowie im eigenen Leben von Jewgeni Jewtuschenko reflektiert wird. Mit anderen Worten, vor Ihnen steht der Dichter, wie er ist - mit seinem unvergleichlichen Ruhm und „Einsamkeit, aller Treue treueste“, mit all seinen Freundschaften und Bruchstücken, Lieben und Untreue, und vor allem - mit seinen unsterblichen Gedichten.