Unter seinem Stiefel liegt bereits die halbe Welt. Er hat gerade Indien zu seinen Besitztümern hinzugefügt. Doch dem großen Eroberer ist ein ruhiger Alter nicht beschieden. Kaum hat er den Staub der Straße abgeklopft und das Blut von seinem Schwert gewaschen, plant Timur einen neuen Feldzug. Diesmal nach Westen, wo das Osmanische Reich immer lauter von sich reden macht. Doch die zahlreichen Söhne und Enkel des Herrschers können ihre Ungeduld in Erwartung von Timurs Tod immer schlechter verbergen und bereiten sich darauf vor, um die Macht zu kämpfen. Nur der jüngste Enkel Ulugh Beg interessiert sich mehr für die Sterne am Himmel als für irdische Reichtümer...
Die großangelegte historische Saga von Sergei Borodin über den großen Eroberer, der mit seiner eisernen Hand Länder vom Indostan bis zum Mittelmeer unterwarf, ist das Ergebnis nicht nur einer tiefen Auseinandersetzung des Autors mit der Geschichte, den Bräuchen und Sitten der Epoche, sondern auch einer aufrichtigen Liebe zum Osten und seinem reichhaltigen kulturellen Erbe. Um die Epoche Timurs genau und objektiv darzustellen, reiste der Schriftsteller auf den Wegen, auf denen der eiserne Lahme seine Truppen führte. Er reiste nach Italien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, Türkei, Nordafrika, Jugoslawien und arbeitete in den Bibliotheken Ägyptens, der Türkei und Tunesiens. Viele Stunden verbrachte er in der berühmten Vatikanbibliothek in Rom. Die Arbeit dauerte mehr als zwanzig Jahre, und das Ergebnis war ein Zyklus von Romanen, von denen der Schriftsteller den vierten nicht mehr vollenden konnte. Aber „Sterne über Samarkand“ strahlen hell am literarischen Himmel, und bisher hat nichts sie in der Stärke der künstlerischen Darstellung der Epoche und der Treue zu den historischen Quellen überschattet.
In dieser Ausgabe sind die ersten beiden Romane des Zyklus enthalten: „Der lahme Timur“ und „Die Lagerfeuer des Feldzugs“.