Zwei Mädchen laufen am Meeresufer, eines immer ein paar Schritte dahinter. „Warte auf mich!“ ruft Esther.
„Warte auf mich!“ hat Esther ihr ganzes Leben lang gebeten, in der Hoffnung, ihrer älteren Schwester näher zu kommen – der strahlenden, faszinierenden, ungezähmten.
Doch Aura flog ans andere Ende der Welt und schnitt die Verbindungen ab. Dann kam sie zurück, ganz anders als zuvor. Kam zurück – und verschwand wieder, für immer. Nach ihrem geheimnisvollen Tod blieb ein Tagebuch zurück. Darin stehen sieben Sätze, sieben dazugehörige Bilder. Sieben Schlüssel zur Entschlüsselung dessen, was mit Aura geschehen ist.
Die Hinweise führen in eine nördliche Stadt, wo jeder Stein seine Geschichte flüstert, und zu Inseln, die aus dem Ozean ragen wie der Rücken eines schlafenden Drachen – dorthin, wo alles von den geliebten Legenden Auras über das Seevolk, die Tiefen des Meeres und die Schicksale der Frauen durchdrungen ist.
Eigene Fehler und Enttäuschungen drohen, sie in die Tiefe zu ziehen, während Trauer, Groll und Liebe zu einem Knoten verwoben sind, der keinen Atemzug erlaubt, und Esther bleibt nichts übrig, als erneut Aura zu folgen. Aber diesen Weg muss Esther nicht gehen, um in die Haut ihrer Schwester zu schlüpfen. Sondern um zu lernen, in ihrer eigenen zu leben.